Hallo Sportsfreunde !
Heute, am Sonntag, den 29.04.2012 stand das große Finale in der Hansestadt Hamburg an.
Doch bevor es dazu kam, standen zunächst einige Vorbereitungen an.
Zu empfehlen ist eine Checkliste, wie ich sie auf trainingsworld.com gefunden habe. Damit dürften eure letzten to-dos gelingen und man muss sich selbst darüber den Kopf nicht zerbrechen;-)
Am Tag zuvor, also am Samstagabend, hatte ich für das Pasta-Büffet im Hotel Intercontinental, unweit des Hotels, in dem ich mit meiner Freundin untergekommen war, dem Grand Elysee, einen Tisch reserviert…und es sollte sich lohnen !
Für 14,95 pro Person konnte man nach Herzenslust vom Büffet schlemmen, was ich mir nicht zweimal sagen ließ
Zur Auswahl standen:
Salatbüffet mit verschiedenen Blattsalaten, Rucola, Karotten, Tomaten, Oliven, Croûtons, 3 verschiedene Dressings sowie 2 unterschiedliche Baguettesorten
3 verschiedene Nudelsorten (Reisnudeln, Penne und Farfalle) mit 3 unterschiedlichen Soßenkombinationen (Sahnesoße, Tomaten- und Arrabiattasoße), wobei hier auch noch verschiedene Toppings wie Schinken, Paprika, Frühlingszwiebeln, Champignons, Zwiebeln und Käse hinzugefügt werden konnten.
Nach einem Salatgang genehmigte ich mir, sehr zur Freude des Servicepersonals, noch 4 Nudelportionen, nahm dafür aber keinen Nachtisch (Obstsalat) in Anspruch
Gut gesättigt und mit reichlich Getränken (hauptsächlich stilles Wasser)versorgt, konnte die Nachtruhe also kommen, da mein Wecker bereits um 6:15 Uhr klingeln sollte, damit mein Kreislauf bis zum Start um 9 Uhr auf Vordermann gebracht werden sollte !
Schon war es auch 6.15 Uhr und die Nacht war vorbei…
Als “Frühstück” nahm ich lediglich 2 Bananen zu mir, da ich es nicht riskieren wollte, meinen Magen durch vorher nicht ausprobierte Toastscheiben mit Honig oder ähnlichem zu strapazieren.
Nun ging ich ins Bad und machte mich langsam für den Lauf bereit….Tapen/Verbinden der lädierten Fußzehen, Anziehen der Kompressionsstrümpfe von CEP (diese hatte ich von Runner’s World als Testläufer erhalten), Abkleben der Brustwarzen, Anziehen der Laufbekleidung (sowohl Shorts, wie auch Shirt, in adidas Supernova, meine Asics Gel 3020, meiner Garmin Forerunner 305 mit Brustgurt sowie einem schwarzen Tuch, welches ich als Stirnband nutzte), Befüllen meines Trinkgurtes ( 3 Fläschchen à 0,2 mit stillem Wasser und Basica Sport sowie ein Fläschchen mit High Energy 5 Gel (Berry)), Trinken von stillem Mineralwasser, Toilettengängen und dem Warten bis zur Fahrt mit der Bahn zur Station St.Pauli !
Um 8.15 Uhr fuhr ich endlich mit der Bahn in Richtung Start, wo ich auch gegen 08.30 Uhr eintraf.
Der Marathonwettergott sollte übrigens auf Seite der Läufer sein….waren es am Samstag in Frankfurt über 30 Grad, so lagen die Temperaturen in Hamburg bei recht angenehmen 23 Grad…..am Marathontag selbst sollten die Temperaturen während des Rennens optimale 14-19 Grad betragen….sehr gut !!
An der Station “St.Pauli” war natürlich schon reges Treiben….teilweise machten sie die Läufer noch warm, standen bei ihren Familien oder Freunden und andere, zu denen auch ich gehörte, schauten dem Trubel einfach zu und begaben sich schließlich in den zugewiesenen Startblock.
Im Startblock K angekommen, musste ich feststellen, dass ich bei meiner damaligen Anmeldung wohl eine andere Zielzeit als zuletzt angestrebt angegeben hatte.
Anstatt eines Zugläufers mit dem Ballon “3:59″ fand ich lediglich zwei “4:29″ Ballons vor…..na, das fing ja super an….
Kurz vor dem Start wurde noch, das von mir bis dato nicht bekannte Lied “Jede Zelle meines Körpers ist glücklich” angespielt…..vor dem Start mag das ja noch so gewesen sein
Nach dem Start des Elitefeldes um 9 Uhr, ging es dann auch für meinen Block um 9.08 Uhr los in Richtung Reeperbahn….mein 2.Marathon war also gestartet…
Die ersten 2-3 Kilometer war das Feld ziemlich zusammengepfercht die Reeperbahn entlanggetrampelt….eine Orientierung an seine persönliche Zielzeit war also kaum möglich und so hoffte ich, dass sich dieser Zustand möglichst bald ändern sollte, was glücklicherweise dann auch geschah.
Ich fand also mein Renntempo, immer mit dem Hintergedanken, es bloß nicht zu schnell angehen zu lassen, und im Nu waren die ersten 10 Kilometer auch schon überstanden.
Bei Kilometer 12, 23, 31 und im Ziel hatte ich mich mit meiner Freundin verabredet….allerdings hatten wir nicht ausgemacht, auf welcher Seite sie stehen sollte….
Da ich mit der Musik über mein Smartphone lief, nutzte ich die Gelegenheit, ihr eine Nachricht zu schreiben, um den Umstand zu klären….zu diesem Zeitpunkt des Laufes ( Kilometer 10) war dies noch problemlos möglich….
Gegenüber von Kilometermarkierung 12 konnte ich meine Freundin schon von Weitem entdecken…ich unterhielt mich kurz mit ihr und verabredete mich mit ihr für Kilometer 23……wenn ich sie das nächste Mal sehen sollte, hätte ich schon mehr als die Hälfte überstanden…und so kam es dann auch !
Im Verlauf des Rennens wollte ich auch mal wieder die Genauigkeit meiner Garmin Forerunner 305 testen, was die erste zeit auch ausgezeichnet funktionierte….auf einem Teilstück der ersten Rennstrecke ging es für einige Zeit durch einen Tunnel, in welchem sich auch das GPS-Signal verlor….
Mist, dachte ich…..jetzt kann ich mir meine durchschnittliche Geschwindigkeit, welche ich mir in min/km anzeigen ließ, als Orientierungspunkt abschminken !
Doch zu meiner Überraschung rechnete die Uhr die im Tunnel zurückgelegte Strecke irgendwie auf, was insgesamt, verglichen mit der nächsten Kilometermarkierung etwa 120 Meter zuviel auf meiner Uhr ausmachte.
Puuuhhhh….nochmal Glück gehabt….sonst hätte ich mir die Zeiten an den Kilometermarkierungen selbst ausrechnen müssen….
So kam es schließlich, dass die erste Hälfte des Marathons in 1:58:23 erreichte, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5:36 min/km entsprach.
Ich war zufrieden….so konnte es weitergehen, dann würde ich mein Ziel von einer Zeit von unter 4 Stunden erreichen…
Bei Kilometer 23 traf ich erneut meiner Freundin und unterhielt mich kurz mit ihr.
Nach dem Sprechen bekam ich jedoch für circa 2 Kilometer wieder Seitenstechen…..nein!!!!
DAS konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen….ich dachte schon an den unglücklichen 32 km-Lauf in der Vorbereitung und sah mein Ziel dahinschwinden…..doch auf einmal waren die Seitenstechen von der Hamburger Luft wie weggeblasen und ich konnte mein Tempo fortsetzen…GLÜCK gehabt !
Ich schrieb meine Freundin letztmals eine Nachricht, in der ich ihr mitteilte, dass ich beim nächsten Treffpunkt, Kilometer 31, aus bekannten Gründen nicht mehr sprechen kann.
An der Strecke standen, mal mehr, mal weniger, begeisterte Zuschauer, die uns Läufer anfeuerten und auch Getränke und Obst reichten…..dieses Gefühl war einfach toll!!
Wildfremde Menschen rufen deinen Namen und jubeln dir zu….wenn das mal nicht motivierend wirkt !!
Trotz meiner Musik, nahm ich die Atmosphäre mit auf und so wurde ich sogar doppelt gepusht !
Am Straßenrand klatschte ich auch gelegentlich mit kleinen Kindern ab, die sich ebenfalls über diese Geste meinerseits freuten.
Bislang konnte ich mein Rennen ohne Probleme durchziehen und hatte Kilometer 31 schon vor Augen….wenn ich dort meine Freundin sehen sollte, waren es bloß noch 11 Kilometer bis zum Ziel….
Auch bei Kilometer 31 angekommen, sah ich meine Freundin….ich gab ihr zu verstehen, dass es mir gut geht und auf einmal schoss sie neben mir an der Strecke entlang und gab mir die Motivation für die letzten 11 Kilometer…
Alles lief bestens….bis zu Kilometer 38….nun merkte ich, dass meine Beine plötzlich schwer wurden und meine Zwischenzeiten brachen bei Kilometer 38 und 39 auf über 6 min/km ein.
Auf der Wegstrecke befanden sich neben den Verpflegungsständen, von welchen ich während des Rennens keinen in Anspruch nahm, auch Wasserwannen für das Eintauchen der Schwämme.
Bei Kilometer 40 kniete ich an einer Wanne für einige Sekunden ab, um zunächst meine Laufsocken und anschließend meinen Kopf zu befeuchten.
Durch das Kühlen der Beine bekam ich die nötige Energie, um die letzten 2 Kilometer wieder in mein Tempo zurückzufinden….
Dabei schaute ich nun öfter auf meine Uhr…und je näher ich dem Ziel kam, desto wahrscheinlicher rückte ich meiner Zielzeit entgegen….
Ich hatte mir für die letzten beiden Lieder vor der 4-Stunden-Grenze bewusst die Lieder “Eye of the tiger” sowie “The final Countdown” gewählt, um mich zum einen daran zu erinnern, dass das Rennen seinem Ende zugeht und ich mich zum Anderen beeilen sollte, um die angestrebte Zeit zu erreichen….
Die letzten 2,2 Kilometer sollten dabei wie im Rausch verlaufen….anhand der mir angezeigten durchschnittlichen Geschwindigkeit wusste ich, dass ich auf keinen Fall langsamer werden durfte…..also gab ich nochmal Gas und erreichte Zeiten von 5:41 und 5:35 min/km….
Ich bog in die Glacischaussee ein und erkannte von Weitem schon das Ziel…..in Kürze sollte ich den Marathon tatsächlich geschafft haben…..
Meine Freundin schrieb mir kurz vor dem Ziel noch, dass sie sich rechtsseitig auf der Tribüne stehen würde…..und dann war es schon so weit…..ich schritt über den roten Teppich in Richtung Ziel…sah meine Freundin und jubelte ihr kurz zu…..um schließlich den Zieleinlauf zu genießen !!!!
Bei meinem Blick auf die Uhr freute ich mich und sah, dass ich die 4 Stunden tatsächlich unterboten hatte….3:58:25 sollte meine Nettozeit sein…natürlich meine neue Bestzeit….ich war vollkommen zufrieden und begab mich, nach der Überreichung der Finishermedaille, zunächst zur Zielverpflegung…..
Die Siegerzeiten, gelaufen von Shami Dawit (2:05:58) und Real Kiyara (2:23:47, waren beide neue Streckenrekorde beim Hamburg Marathon !
Nach einem kurzen Gespräch mit meiner Freundin, die mir zu meiner Leistung gratulierte, machten wir einen Treffpunkt aus.
Da sie sich noch um die Tribünen und Zuschauermassen im Ziel kämpfen musste, hatte ich noch genügend Zeit, Flüssigkeit und etwas Nahrung aufzunehmen….das Essen beschränkte sich allerdings auf 2 kleine Salzbrezeln, 2 kleine Stückchen Äpfel sowie ein halbes Pick-Up….mehr bekam ich nicht runter….
Ich war einfach nur glücklich und freute mich, dass sich das intensive Training tatsächlich gelohnt hatte !!
Erstaunlicherweise ging es mir nach dem Lauf recht gut….die Beine waren zwar etwas schwer, aber ich hatte während des gesamten Rennens keine Krämpfe gehabt….lediglich die Seitenstechen und die schweren Beine sollten meine einzigen “Lauferscheinungen” bleiben….also alles super !!
Nachdem ich das “Athletendorf” durchlaufen hatte, traf ich auch auf meine Freundin, die mich nochmals zu meiner Zeit beglückwünschte.
Nach der Medaillengravur wollte ich dann nur noch ins Hotel, da es mir inzwischen etwas kühl wurde….im Gegensatz zum Frankfurt Marathon bekam man hier keine wärmende Schutzfolie gereicht…..also hieß es möglichst schnell ins Hotel.
Auf der Treppe runter zur Bahn machten sich auch die Beine ein wenig bemerkbar
Zum Glück brauchten wir mit der Bahn und dem dazugehörigen Fußmarsch nur 15 Minuten, um unser Domizil zu erreichen.
Nach einer ausgiebigen Dusche konnte das Relaxen eingeläutet werden !
Ab Kilometer 7 merkte ich bereits, dass ich mir wohl eine Blase gelaufen hatte, da ich einen Fußzeh unzureichend getapt hatte….aber die Blase war recht klein…also alles halb so wild !!
Ich ruhte mich ein wenig aus, ohne allerdings völlig zerstört zu sein….
Langsam suchte mich dann auch der Hunger heim und so begaben wir uns dann schließlich ins Hard Rock Café, wo es meine geliebte Jumbo Combo als Belohnung für all die Mühe gab
So endete schließlich ein, für mich, perfektes Wochenende in Hamburg !
Nach einem weiteren Tag in der schönen Hansestadt traten wir die Heimreise an und waren am Ende auch froh, wieder zu Hause zu sein !
Abschließend möchte ich, insbesondere meiner Freundin für die Unterstützung vor und natürlich während des Marathons, meinen Eltern, meinen Freunden, die mir Gratulationsgrüße gesendet haben, den fleißigen Kommentaren auf meiner Seite sowie Runner’s World für die Auswahl zum Laufsocken-Tester danken !!!
Der 4-Stunden-Plan von Steffny hat bei mir also funktioniert…
Ich werde erstmal eine Woche Pause machen und mich anschließend wieder bei euch melden!
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit !!
Bleibt dran…ich halte euch mit meinen weiteren Plänen auf dem Laufenden !
Euer
Marathonblogger
In eigener Sache möchte ich euch mitteilen, dass ich gerne Produkttests jeglicher Art in Zusammenhang mit dem Laufen durchführen würde….mit den Runner’s World Kompressionsstrümpfen hat es schon super geklappt
Falls ihr also jemanden kennt, der Hilfe diesbezüglich brauchen sollte, könnt ihr ihn gerne auf mich verweisen











Zu Google hinzufügen


